Und bitte! – Moderation im TV

3..2..1.. – Kamera läuft. Hallo und guten Abend. Herzlich Willkommen zur ZDF SPORTreportage. So oder so ähnlich begrüßten die Nachwuchsmoderatorinnen und -moderatoren in einer Mini-Sendung zum Abschluss der Lehrredaktion „Moderation im TV“ ihre Zuschauer. 13 Studierende des Studiengangs Sportpublizistik im vierten und sechsten Semester erhielten in der dreitägigen Lehrveranstaltung vom 10. bis 12. Mai 2013 erste Einblicke in die Kunst des Moderierens. Geleitet wurde die Lehrredaktion von WDR-Moderator Jens Krepela, der mit den Studierenden drei abwechslungsreiche Tage zwischen Theorie und Praxis verbrachte.

 

Neben einer Einführung in die Moderation, das Sprechen, die journalistische Sprache und die Bedeutung von Gestik und Mimik lernten die angehenden Sportpublizistinnen und Sportpublizisten, wie es ist, vor der Kamera zu stehen und das Bindeglied zwischen Zuschauer und Fernsehsendung zu sein. In vielen praktischen Übungen, unter anderem einer zehnminütigen Sendung, konnten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen das Gelernte auf eigene Moderationstexte anwenden, vor der Kamera umsetzen und so erste Erfahrungen sammeln. Dass dies kein leichtes Unterfangen und eine ungewohnte Tätigkeit war, merkten alle schnell. Doch mit ein bisschen Übung klappte dann auch der durchgängige Blick in die Kamera.

 

 

Das Moderationsseminar mit Jens Krepela brachte viel Spaß und neue Erfahrungen mit sich und wer weiß, vielleicht sieht man den ein oder anderen irgendwann wirklich als Moderator vor der Fernsehkamera.

 

Autorin: Laura Knöll

Vorträge & Exkursionen

Die Erwartungen übertreffen – immer!

Am Montag, 3. Dezember 2012 referierte PR-Beraterin Sonja John von der Agentur Roth & Lorenz am Institut für Sportwissenschaft. Sie gab den Studierenden Überlebensstrategien mit, die für den Gewinn eines PR-Auftrages essentiell sind und beschrieb damit den Weg vom Pitch zum Clipping.

 

Die Agentur Roth & Lorenz aus Stuttgart hat in den vergangenen Jahren mit einigen großen und bekannten Unternehmen zusammengearbeitet. Nudelhersteller Barilla, Handygigant Nokia und gerade jetzt in der Weihnachtszeit Coca Cola sind nur drei Unternehmen, die im PR-Bereich betreut werden. Für Coca Cola zum Beispiel wurde auch in diesem Jahr die Tour des Weihnachtstrucks geplant und durchgeführt. Wie aber kommt eine PR-Agentur zu einem Auftrag vom führenden Getränkehersteller auf dem Globus? Sonja John, seit zehn Jahren bei der Stuttgarter Agentur tätig, erklärte den Studierenden dies anhand mehrerer Schritte.

 

Um an ein neues Briefing, also an den ersten Kontakt mit einem Kunden, zu gelangen, ist es wichtig, Kundenbeziehungen zu pflegen. Viele Unternehmen schreiben neue Kampagnen auch aus, sodass sich Agenturen direkt darum bewerben können. In der Regel aber gilt, so John: „Man muss das Ohr am Markt haben und Networking betreiben“. Die ist die erste Überlebensstrategie der Beraterin.

 

War die Agentur erfolgreich, ist es wichtig, so viel wie möglich über das Unternehmen zu erfahren. Wie ist es positioniert, welche Zielgruppen und Zielsetzungen hat es? Die PR-Berater wollen über den Kunden lernen, einen „Schulterblick“ bekommen. John fügt hinzu: „Man muss die Marke kritisch prüfen auf ihre Position und Richtung“. Manchmal käme es vor, dass die Meinungen über eine Marke auseinandergehen. Diese Unklarheiten sollten ausgeräumt werden.Hinzu kommt auch die Besprechung des Budgetrahmens. „Wir PR-Leute hassen es, wenn uns ein Auftraggeber sagt, er zahle abhängig von der Idee“, erzählt die Referentin. Es gebe eine wahnsinnig große Bandbreite. PR sei auf jedes Budget anpassbar. Daraus ergibt sich die zweite Überlebensstrategie: Mitdenken und jedes Briefing hinterfragen. Bei einem weiteren Re-Briefing können Fragen geklärt werden. Dabei sei gerade das Zuhören nicht zu vernachlässigen, so John. Wer dem Kunden gut zuhört, kann Wünsche genauer erfüllen und ein besseres Konzept erarbeiten.

 

Nun beginnt für das PR-Team die kreative Arbeit. Ein Pitch-Konzept muss entworfen werden. Dies geschieht in einem Team, bestehend aus Designern, Logistikern, Spezialisten und PR-Konzeptionierern. Ein ungeschriebenes Gesetz bei PR-Agenturen ist es, dass „die Erwartungen immer mehr als nur erfüllt werden müssen“. Die „extra mile“ soll im Normalfall gegangen werden. Es störe den Kunden auch nicht, wenn die Idee dann etwas teurer ausfällt. Die Überlebensstrategie beim Konzeptentwurf lautet: Einen Schritt weiter denken.Ist das Konzept fertig, wird es in einer Präsentation verarbeitet und an den Kunden gesendet. Darauf folgt anschließend die Präsentation der Agentur. „Damit wollen wir den Kunden unterhalten“, sagt John und fügt hinzu: „Es sollte bei der Präsentation auch eine Überraschung dabei sein“. Etwas, das dem Kunden im Gedächtnis bleibe. Die nächste Überlebensstrategie lautet folglich: Die Erwartungen stets übertreffen. Sobald sich der Auftraggeber für eine Agentur entschieden hat, beginnt die Arbeit für diese von neuem. Das Konzept muss überarbeitet werden. „Der Auftrag kann sich ändern, die Parameter bei einem Unternehmen können sich auch ändern“, erklärt die PR-Beraterin. Alte Ideen vergessen und neu denken, das ist die Überlebensstrategie, nachdem ein Auftrag gewonnen wurde.Manche Unternehmen bezahlen die Agentur erst dann, wenn der Auftrag auch an diese vergeben wurde. Sollte das Konzept nicht erfolgreich vermittelt werden, gehen Agenturen manchmal leer aus. Die Frage,ob sich das für die Agentur lohne, beantwortet Sonja John nicht klar. Manche Kunden seien es wert, das Risiko einzugehen.

 

Im Optimalfall bleibt der Krisenfall jedoch aus, es kommt zum „Happy End“. Die Medien berichten über das Unternehmen und viele Clippings (Artikel, Bilder,...) entstehen. Um sich ständig zu verbessern, greift hier eine weitere Überlebensstrategie: Keylearnings schon während des Projekts festhalten. Durch Evaluation und Rückmeldung kann das Konzept optimiert werden.Damit geht auch die abschließende Überlebensstrategie einher: Nie aufhören zu lernen. Man muss beim nächsten Mal noch besser sein.

 

Bericht und Foto: Max Länge 

So studieren die Sportpublizisten wirklich

Anlässlich des FISPO-Sommerfestes am 14. Juli 2012 in Tübingen stellten Ulrike Altenburger, Maren Hänssler und Nicole Torregrossa im Rahmen ihres Werkstückes den Bachelor-Studiengang Sportwissenschaft mit dem Profil Sportpublizistik vor. 

 

Was machen die Sportpublizisten eigentlich? Solche Fragen hören die Studierenden häufig. „Etwas mit Medien“ und „Schreiben“ und „Sport“. Eine gute Gelegenheit, Licht ins Dunkel zu bringen, bot das FISPO-Sommerfest am Institut für Sportwissenschaft in Tübingen.

 

Die drei Studentinnen organisierten unter der Leitung von Studiengangsleiterin Dr. Verena Burk die Vorstellung ihres Studiengangs. Möglichst anschaulich, interessant und interaktiv sollte es werden. Ein Raum, Stühle, Plakate, Stellwände und Stehtische boten die Grundausstattung. Dazu drei kreative Köpfe – und fertig war der interaktive Rundgang im Seminarraum IV. Ein eigens gestaltetes Plakat im provokanten Bildzeitungsstil mit dem Titel „So studieren die Sportpublizisten wirklich!“ sollte vor allem Sportstudierende aufmerksam machen. Mit Erfolg, wie sich später herausstellen sollte, denn viele waren der Einladung gefolgt. In der Vorbereitungszeit entwarfen Nicole, Ulrike und Maren Plakate über den Studiengang und ausgewählte Lehrveranstaltungen, sammelten Medienbeiträge von anderen Sportpublizistik-Studierenden, interviewten ihre Kommilitonen und machten Gruppenbilder der einzelnen Jahrgänge. Außerdem mussten Materialien organisiert, gesammelt und dokumentiert werden. Mithilfe dieser Materialien gestalteten sie den Seminarraum. Dieser wurde in einen Fernseh-/Lese-/Hörfunk- und Online-Bereich unterteilt. Für eine gemütliche Atmosphäre sorgten zusätzlich Kaffee und Kuchen.

 

Um 18 Uhr kamen die ersten Interessenten und machten es sich in der Leseecke gemütlich oder sahen sich Film- und Fernsehbeiträge der Studierenden an. Gegen 19 Uhr füllte sich der Seminarraum vollständig. Der Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: Viele nahmen sich Zeit, einzelne Zeitungsartikel durchzulesen oder Hörfunkbeiträge anzuhören. Besonders beliebt waren die Sportstudiosendungen, die in diesem Semester in Kooperation mit dem SWR in der Lehrredaktion „Sport im Fernsehen“ entstanden sind. „Jetzt kann ich mir endlich etwas unter dem Studiengang vorstellen. Eine super Idee! Besonders die unterschiedlichen Ecken haben mir gefallen und die Beiträge waren superinteressant!“ berichtete die Lehramtsstudentin Friederike Lücke.

 

Die Vorstellung des Studiengangs Sportpublizistik war ein voller Erfolg. „Mit so viel Interesse und positiver Rückmeldung habe ich nicht gerechnet. Schön, dass sich die harte Arbeit gelohnt hat“, freut sich Nicole.

„Wie beim Pokern“ – der schönste Job der Welt

Kaum von der Fußball-Europameisterschaft aus Polen und der Ukraine zurück, ließ Axel Balkausky es sich nicht nehmen, Tübinger Studierenden von der Arbeit hinter den Kulissen der EM 2012 zu erzählen. Der ARD-Sportkoordinator referierte am Mittwoch, den 4. Juli 2012 im Hörsaal des Institut für Sportwissenschaft und setzte damit die Vortragsreihe von Sportpublizistik-Studiengangsleiterin Dr. Verena Burk fort.

 

„Jeder nimmt jeden Satz, jedes Komma wahr.“ Moderator Gerhard Delling vor dem Spiel mit dem ARD-Experten Mehmet Scholl.

Von Burk als einer der fünf mächtigsten Männer der ARD vorgestellt, präsentierte Axel Balkausky den zahlreich anwesenden Studierenden die Arbeit der ARD-Sportkoordination vom Rechteeinkauf bis zum Abpfiff am Beispiel der Euro 2012. Dabei ging er der Frage nach, warum das öffentlich-rechtliche Fernsehen so viel in den Sport investiere?

 

Dies hänge mit dem Altersdurchschnitt der Zuschauer zusammen, der bei internationalen Sportgroßereignissen niedrig ist, so der Sportkoordinator. „Sport ist ein relevanter Teil der ARD, er ist massenattraktiv.“ Die Funktion des Sports als Vermittler sozialer und kultureller Werte sei ein weiterer Grund, warum immer wieder aufs Neue zähe Verhandlungen um Sportrechte mit den Konkurrenten des privaten Fernsehens und Pay-TVs geführt würden. „Sport soll nicht im Pay-TV verschwinden, sondern für alle zugänglich sein“, so die Botschaft Balkauskys.

 

Der Federführer in Sachen Sportkoordination bei der ARD: Axel Balkausky zu Gast am Institut für Sportwissenschaft in Tübingen.

Dass vor allem der Fußball eine große Rolle spielt, hat für den ARD-Sportrechtechef nicht nur Nachteile. Starke Sportarten könnten so mit schwachen verbunden werden. Dem Anspruch an Breite soll trotz der vielen Fußballübertragungen Rechnung getragen werden. Auch die Statistik beweist dies. Gerade 25% der Sportübertragungen in der ARD handeln von Fußball. Wintersport nimmt 35% ein, alles andere, also beispielsweise die DTM, Turnen, Reiten und Boxen gehört zu den restlichen 40%.

 

Und die Quoten sprechen für den Sport. Die Top fünf der Fernsehübertragungen jeden Jahres setzen sich meist aus Sportereignissen zusammen. Ab und zu mischt sich mal eine Nachrichtensendung dazwischen. „[Ingo] Zamperoni, der Grinsekopf“ hatte in der Halbzeitpause des Halbfinalspiels Deutschland – Italien doppelt gut lachen. Statt normalerweise 2,5 Millionen sahen an diesem Abend 16 Millionen die Tagesthemen mit dem Halbitaliener.

 

Beim Geld für die Sportrechte sieht die prozentuale Verteilung jedoch anders aus. 50-70% des Etats gingen für Fußball über den Verhandlungstisch, so Balkausky. „Unser Etat ist gut, aber begrenzt.“ Deshalb lasse die Sportkoordination der ARD auch nicht alles mit sich machen. Für die letzte Leichtathletik-WM wurde die Rechtevergabe durch eine Agentur geregelt, die die Rechte teuer weiterverkaufen und damit Profit machen wollte. Die ARD sei damals trotz des öffentlichen Drucks hartnäckig geblieben – zu Recht. Am Ende bekam der Koordinator die Sendeerlaubnis zum gewollten Preis.

 

Gespannt lauschten die Studierenden den Worten von ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky.

Gerade die teuren Fußballrechte seien wertvoll. „Jeder bietet mit, nur viele können nicht sehr hoch mitgehen“, so der Gastreferent. Die letzten Verhandlungen um die Bundesligarechte waren erfolgreich. „Wir haben 2% mehr gezahlt als bei den letzten Verhandlungen, Sky hingegen hat seine Kosten verdoppelt.“ Bis ins Jahr 2020 werden die Rechte im Voraus verhandelt.

 

Sind sie dann einmal erworben, geht es darum zu planen. Dies nehme zwei bis drei Jahre in Anspruch. „Die Flüge waren bei der EM ein Problem“, sagt Balkausky. „Außerdem gab es in der Ukraine nicht genügend Hotels.“ Den 400 Mitarbeitern von ARD und ZDF wurde in Polen und der Ukraine über neun Wochen alles abverlangt. Die logistische Belastung sei hoch gewesen. Mit Blick auf die WM 2014 in Brasilien relativiert sich das aber. „Dort wird es noch kritischer“, so der ARD-Mann.

 

Und dennoch sind es gerade diese Momente, die den Beruf ausmachen. Ein Mehmet Scholl, der nach seinen umstrittenen und groß diskutierten Äußerungen über Mario Gomez kein Auge zu tut oder ein verlorenes Halbfinale, das mit den Kollegen bei Wodka und Bier am Kebapladen neben dem Hotel bis fünf Uhr morgens ausklingt. Alltag im Leben eines Sportkoordinators, eben „der schönste Job der Welt“.

 

Bericht: Max Länge Fotos: Katharina Hosser

 

Acht Experten für die WUEC in Aachen

Von 22. bis 26. August wird es für eine Gruppe Sportpublizisten aus Tübingen ernst: Als Volunteers sind acht von ihnen mitverantwortlich für die PR-Arbeit bei der Studierenden-Weltmeisterschaft Reiten (WUEC) in Aachen. Dann gilt es Pressemitteilungen zu verfassen, die Homepage zu betreuen, ein „Daily Bulletin“ herauszugeben und zu twittern. Die Grundlagen hierfür legen die Studierenden in einer wöchentlich stattfindenden Lehrredaktion, in der sie schon zahlreiche Ideen entwickelt haben.

Die Ideen

Die Gruppe der Sportpublizisten arbeitet bereits an dem täglich erscheinenden Daily Bulletin „The New Horse Times“, das Reiter und Organisatoren über aktuelle Ergebnisse, Rahmenprogramm und wichtige Ereignisse rund um die WUEC 2012 informiert. Die Leser dürfen sich auf Berichte, Reportagen, Interviews, Portraits, Bilderstrecken und ein „Pferd des Tages“ freuen. Dabei unterstützt die Dozentin Dr. Verena Burk, die zugleich als Präsidentin des Organisationskomitees der WUEC 2012 fungiert, die Studierenden bei ihren Vorbereitungen.

Modern, Moderner, Sportpublizisten

Die Sportpublizisten bedienen sich nicht nur der klassischen Printmedien. Auch das Medium Internet spielt eine große Rolle. Deshalb arbeiten die acht Tübinger Experten bei der Facebook-Seite, dem Twitter-Account und der Website www.wuec2012.de mit. Wie man Social Media in der Öffentlichkeitsarbeit einsetzt, lernen die Studierenden in den Lehrredaktionssitzungen. Zudem ist ein Youtube-Channel angedacht, um bewegte Bilder von der WUEC für die Internetnutzer bereitzustellen.

Es wird ernst

Die Vorbereitungen für „Daily Bulletin“, Twitter, Pressemitteilungen und Co. laufen zurzeit auf Hochtouren. Das Konzept für die PR-Arbeit während des Turniers ist weitestgehend entwickelt, und in den kommenden Wochen gilt es nun, an den Feinheiten zu arbeiten. Denn wenn es im August ernst wird, wollen die Studierenden das erworbene Fachwissen in der Praxis anwenden. Damit wird die WUEC 2012 in Aachen für die angehenden Sportjournalistinnen und -journalisten eine wichtige Erfahrung auf ihrem Weg ins Berufsleben sein.

 

Autoren: Florian Rotberg & Tim Brack

 

Sportpublizisten schnuppern Fernsehluft

16 Sportpublizisten machten sich am 22. April im Rahmen der Lehrredaktion „Sport im Fernsehen“ auf den Weg zur SWR-Fernsehsendung „Sport im Dritten“.

Teilnehmer der Lehrredaktion „Sport im Fernsehen“ mit Tom Bartels und Studiengangsleiterin Dr. Verena Burk

Dank des Lehrbeauftragten und SWR-Sportredakteurs Marko Thielemann kamen die Sportpublizisten der Lehrredaktion „Sport im Fernsehen“ vor Sendungsbeginn in den Genuss, hinter die Kulissen von „Sport im Dritten“ zu schauen. So ging es durch alle Redaktionsbereiche der Stuttgarter SWR-Fernsehstudios, in denen noch vertont, gemischt und geprobt wurde. Eins wurde den Studierenden schnell klar: Alles ist bis ins kleinste Detail geplant. Bei der Durchlauf-Probe wird von der Position des Moderators, sekundengenauen Sendungsbeiträgen und Gesprächszeiten nichts dem Zufall überlassen. Umso überraschender, dass die Arbeiten bis kurz vor Sendungsbeginn andauern.

 

Direkt nach der Führung ging es zur Live-Sendung, die Punkt 21:45 Uhr begann. Dort konnten die Studierenden beobachten, wie die einzelnen Bereiche ineinander übergingen und eine einheitlichen Sendung entstehen ließen. Gleichzeitig verfolgten sie die präzisen Fragen, die Moderator Tom Bartels dem Studiogast Bruno Labbadia stellte.

 

Ganz zur Freude der Tübinger Sportpublizisten nahm sich der Fernseh-Moderator und -Kommentator nach der Sendung noch einige Minuten Zeit, um Tipps zu geben. Der beste Weg, um im Fernsehgeschäft Fuß zu fassen, sei es, zunächst ein Praktikum zu machen und alle Arbeiten anzunehmen: „Man darf sich für keinen Job zu schade sein, ob mitten in der Nacht oder am Wochenende“, so Bartels zu den Sportpublizisten. „Nur so bleibt ihr als Praktikant den Mitarbeitern in Erinnerung.“

 

Durch die Lehrredaktion „Sport im Fernsehen“ erhalten die Studierenden erste Grundkenntnisse, die für einen Weg in Richtung Fernsehkarriere elementar sind. Unter der Leitung von Marko Thielemann (SWR), Thomas Münch (SWR) und Dr. Verena Burk können die Studierenden während der Produktion dreier Studiosendungen zum Thema „Hochleistungssport und Studium“ herausfinden, ob die Arbeit vor und hinter der Kamera zu ihnen passt. Die Studiosendungen der Sportpublizisten werden auf Campus-TV ausgestrahlt. Der Zeitpunkt wird rechtzeitig bekannt gegeben.

 

Autorin: Maren Hänssler

Sportpublizistik in kleiner Runde

Im Rahmen eines Symposiums lud der Förderkreis für Sportwissenschaft der Universität Tübingen e.V., kurz FISPO, am Montag, 16.01.2011 Studierende zum Gespräch mit Absolventen der sportwissenschaftlichen Studiengänge ein. Nach einer Vorstellungsrunde der Referenten und einer kurzen Fragerunde im Plenum wurden studienfachspezifische Gruppen gebildet. Im Profil Sportpublizistik begrüßte Johannes Knuth, Studierender an der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München und Freier Mitarbeiter bei der Süddeutschen Zeitung, derzeitige Studierende zum Gespräch in kleiner Runde. Knuth machte im Sommer 2011 seinen Bachelor-Abschluss im Profil Sportpublizistik am Tübinger Institut für Sportwissenschaft und erzählte den interessierten Studierenden von der Zeit nach dem Abschluss. Er gab Informationen zum Einstieg ins Berufsleben und zur Weiterführung des Studiums.

 

Autor: Max Länge

 

„Eine riesenemotionale Sache“

Eigentlich wäre Oliver Schraft ein Berliner geworden. Der damalige Hertha-Manager Dieter Hoeneß wollte den heutigen Mediendirektor des VfB Stuttgart 1998 in die Hauptstadt holen. Dass Schraft beim VfB blieb und auch deshalb am 13. Dezember 2011 vor Sportstudierenden der Universität Tübingen referierte, ist dem ehemaligen VfB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder zu verdanken.

 

Dr. Verena Burk kündigt den Gastreferenten Oliver Schraft (l.) Mediendirektor des VfB Stuttgart an, der in Begleitung von VfB-Praktikant Jochen Ritter, Absolvent des Sportpublizistik-Studiengangs in Tübingen und Master-Student in Köln erschienen ist.
VfB-Mediendirektor Oliver Schraft

„Der Beruf des Medienbeauftragten hat sich in den letzten Jahren gewandelt“, sagt Oliver Schraft zu Beginn seines Vortrags. Der Wunschkandidat von Sportpublizistik-Studiengangsleiterin Dr. Verena Burk setzte mit seinem Besuch an der Universität Tübingen die Sportpublizistik-Vortragsreihe fort, in deren Rahmen im vergangenen Semester schon DFB-Mediendirektor Harald Stenger referierte. „Harald Stenger ist beim DFB, was ich beim VfB bin.“ Bei Oliver Schrafts VfB-Praktikum 1991 hat es einen Pressesprecher gegeben. „Mittlerweile sind wir sieben Leute.“ Sieben Mitarbeiter, die trotz aller Sachlichkeit, die sie in ihrer Rolle als Öffentlichkeitsvertreter ihres Vereines bewahren müssen, einem „hochemotionalen Beruf“ nachgehen. So verursache auch der von ihm gezeigte Imagefilm, der die fünf Meistertitel des VfB Stuttgart reflektiert, noch Gänsehaut bei ihm. Gleichzeitig ist die „Existenzangst da, wenn die Jungs das Tor nicht mehr treffen.“

 

Schraft und seine Abteilung sind beim Bundesligisten für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Dazu gehört neben der Pressearbeit und den Onlinemedien auch die Fanbetreuung. Gerade hier sind aktuell Erfolge zu verzeichnen. Das reine Fußballstadion ist seit Beginn der Saison fertig. Es sei im Vorfeld sehr wichtig gewesen, die Fans mit ins Boot zu holen, „um auch im Stuttgarter Gemeinderat eine Mehrheit zu bekommen.“

 

Gespannte Zuhörer beim Vortrag von VfB-Mediendirektor Oliver Schraft im Hörsaal des Instituts für Sportwissenschaft.

2004 startete der VfB Stuttgart die Kampagne „Wir packen Schalke“, um bei den Mitgliederzahlen zur Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga aufzuschließen. Mittlerweile hat der VfB rund 46.000 Mitglieder und damit die Zahl seit 2003 verdreifacht. Schalke hat der VfB aber nie gepackt. „Die Schalker haben sich bei uns für die Kampagne bedankt“, sagt Oliver Schraft mit einem Schmunzeln. „Die hatten dann auf einmal 80.000 Mitglieder.

 

Eine wichtige Funktion hat die Medienabteilung des Bundesligisten als Dienstleister gegenüber den Medien. Als Vermittler zwischen Verein und Medien sollte sie „vor dem Training wissen, was die Zeitungen nach dem Training wollen.“ Sein Team sei in der Sandwichposition, sitze zwischen allen Stühlen und müsse diplomatisch sein. „Wir positionieren den Verein und halten den Dialog fließend.“ Gleichzeitig sei jedoch der Trend zu erkennen, dass auf Pressekonferenzen immer weniger nachgefragt werde. Den Grund dafür sieht Oliver Schraft in der Schnelligkeit der „social media“. Gegen die vielen Newsseiten im Internet, Facebook-Präsenzen oder eigene Apps hätten die Zeitungen kaum eine Chance. „Die Exklusivgeschichte in der Zeitung gibt es nicht mehr.“ Hier lässt sich der Wandel festmachen. „Die Dinge entwickeln sich so schnell, dass man nicht mehr immer hinterherkommt“, beschreibt Schraft und sieht gleichzeitig die Vorteile: „Dahinter steckt eine Chance, die wir nutzen müssen. Allein auf Facebook haben wir 220.000 Fans.“ Wichtig sei es jedoch immer, bei brisanten Themen neutral zu bleiben. „Deshalb wird bei uns auch jede Pressekonferenz im Voraus besprochen. Spieler bekommen zudem ein Medientraining. Dass es dann trotzdem nicht so klappt mit der Neutralität und Sachlichkeit, ist normal. „Dem Matthias Sammer ist in der Pressekonferenz auch mal der Kragen geplatzt, er ist eben ein super emotionaler Mensch.“ Wen wundert das in einem hochemotionalen Beruf.

 

Autor: Max Länge

 

Bilder: Marco Hoffmann 

 

 

Hinter den Kulissen eines WTA-Turniers – PR zum Anfassen

Im Rahmen einer Exkursion besuchten die Studierenden des Bachelor-Studiengangs Sportpublizistik am 27.4.2010 nun zum zweiten Mal das jährlich stattfindende Tennis-Turnier in der Stuttgarter Porsche-Arena, den Porsche Tennis Grand Prix 2010. Auf dem Programm standen nicht nur spannende Wettkämpfe, sondern auch eine Führung hinter den Kulissen. Neben der Erläuterung organisatorischer Abläufe und der Erkundung der Arbeits- und Aufenthaltsräume war das Highlight der Besuch des Pressezentrums.

 

Im Gespräch mit Pressesprecher Claus-Peter Andorka von der PR-Agentur „Head-Line“, die für die gesamte Öffentlichkeitsarbeit des Tennis-Turniers zuständig ist, lernten die Studierenden auch andere Facetten und Berufsmöglichkeiten eines Sportpublizisten kennen. Darüber hinaus konnten sie sehen, wie Journalisten im Bereich Print, Hörfunk und Fernsehen arbeiten, wie die täglichen „Daily News“ entstehen und welche Rolle die PR- und TV-Agentur „U.Com“ spielt, die die Fernsehbilder des Turniers produzieren und weltweit vermarkten.

 

Die Exkursion ermöglichte den Studierenden, Einblicke in ihr späteres Berufsfeld zu erhalten. Sie erlebten nicht nur journalistisches Arbeiten hautnah, sondern lernten auch weitere Berufsmöglichkeiten außerhalb des Sportjournalismus kennen.