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Vortragsreihe „Ziemlich beste Fremde? Muslimisches Leben in Frankreich und Deutschland“

Vortrag und Gespräch mit Dr. Florence Bergeaud-Blackler: „Der Halal-Markt in Frankreich und Deutschland“, moderiert von Dr. Bernd Villhauer

Donnerstag, 17.05.2018, 20:15 - 21.45 Uhr im Deutsch-Französischen Kulturinstitut, Doblerstraße 25, Tübingen

Halal-Produkte finden in Frankreich, Deutschland und Europa immer mehr Abnehmer und das Angebot vergrößert sich stetig: Nahrungsmittel, Mode, Medikamente, selbst Tourismus: alles halal. Der Halal-Markt, eine Innovation der jüngeren Geschichte, wächst also auch hierzulande und damit das Bewusstsein für halalen Konsum. Dies führt aber auch zu neuen Kontroversen innerhalb der europäischen Gesellschaften: Fragen um das Tierwohl bei der rituellen Schlachtung, den Verzehr von halalen Mahlzeiten in öffentlichen Einrichtungen und das Tragen des Schleiers und Burkinis erhitzen die Gemüter. Wie lässt sich die Ausweitung des Halal-Marktes in Frankreich und Deutschland erklären?

Florence Bergeaud-Blackler forscht als Anthropologin und Soziologin am „Institut de Recherches et d'Études sur les Mondes Arabes et Musulmans“ der Aix-Marseille Université. In ihrer Forschungsarbeit interessiert sie sich besunders für religiöse Ernährungsweisen und ist ausgewiesene Spezialistin des Halal-Marktes in Europa. Zu diesem Thema hat sie 2017 ein Buch unter dem Titel „Le marché halal ou l'invention d'une tradition“ veröffentlicht.

Veranstalter ist das Deutsch-Französische Kulturinstitut. Mit freundlicher Unterstützung durch das Weltethos-Institut.

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Ziemlich beste Fremde? Muslimisches Leben in Frankreich und Deutschland

Gemeinsame Veranstaltungsreihe - April bis Juli 2018

Die Frage nach der Stellung des Islams wird seit Jahren in teils hitzigen Debatten in Frankreich und Deutschland diskutiert. Dabei arbeiten sich unsere Gesellschaften immer wieder an Reizthemen wie z.B. dem Kopftuchverbot, dem umstrittenen Bau von Moscheen oder der Frage nach der Verbindung des Islams mit dem Terrorismus ab. Schwerpunkt der Diskussionen ist meist die Frage, inwiefern Muslime unsere Gesellschaften verändern. Dabei wird ausgeblendet, dass umgekehrt auch unsere Länder den Islam und muslimische Lebensweisen verändern.

Die Veranstaltungsreihe will diese Wechselwirkung untersuchen und die Stellung des Islams in Frankreich und in Deutschland analysieren. Ziel ist es, sich diesem hochaktuellen und sensiblen Thema von verschiedenen Seiten zu nähern und dabei die häufig gegenüber dem Islam empfundene Fremdheit abzuschwächen. TeilnehmerInnen an der Diskussion sind Franzosen und Deutsche, Muslime und Christen, AkademikerInnen und Personen aus der Zivilgesellschaft, sodass nicht nur ein interkultureller, sondern auch ein interreligiöser und interdisziplinärer Dialog entstehen kann. 

Die Veranstaltungsreihe „Ziemlich beste Fremde? Muslimisches Leben in Frankreich und Deutschland“ ist eine Kooperation des Deutsch-Französischen Kulturinstituts, des Zentrums für Islamische Theologie, des Instituts für Politikwissenschaft, des Weltethos Instituts und der Stiftung Weltethos.