Institut für Politikwissenschaft

Aktuell

16.07.2018

Institutskolloquium: Mehr Demokratie ertragen? : (Einige) Ergebnisse des Demokratie-Monitorings

Tim Gensheimer (Sinus-Institut) / Rolf Frankenberger (IfP) am Mittwoch, 18. Juli 2018, 16 h c.t., Raum 124, IfP


Politische Lebenswelten sind individuelle normative Landkarten der politischen Welt, die das politische Handeln leiten. Neue gesellschaftliche Konfliktlinien sind dann Ausdruck eines Auseinanderfallens politischer Lebenswelten, was langfristig destabilisierende Effekte für das politische System und die Gesellschaft als Ganze zeitigen kann. Angesichts der aktuellen politischen Polarisierung und der Erfolge der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) stellt sich die Frage, ob ein solcher tiefergehender Wandel politischer Lebenswelten stattfindet. Auf der Basis einer Studie aus dem Jahr 2015 werden die politischen Lebenswelten in Baden-Württemberg anhand von 109 qualitativen Interviews und unter besonderer Berücksichtigung der Lebenswelten von AfD- Wählern weiterentwickelt. Welche Lebenswirklichkeiten oder Lebenswelten liegen hinter Einstellungen und Wertorientierungen von Menschen, welche die Demokratie in Deutschland kritisch reflektieren und zum Teil grundlegend in Frage stellen? Welche individuellen und kollektiv geteilten Erfahrungshorizonte bewegen Bürgerinnen und Bürger dazu, rechtspopulistische Parteien zu unterstützen und deren Narrative zu übernehmen? Unter anderem auf diese Fragen gibt die hier vorgestellte Studie Antworten.

Tim Gensheimer arbeitet in der Position "Research & Consulting" am Sinus-Institut. Er studierte den Master "Demokratie und Regieren in Europa" an der Eberhard Karls Universität Tübingen. In seiner Abschlussarbeit untersuchte er Erklärungsfaktoren für euroskeptische Meinungen. Zuvor schloss er sein Studium der Politikwissenschaft und Anglistik (B.A.) an der Universität Mannheim ab.

Rolf Frankenberger ist Akademischer Rat am Institut für Politikwissenschaft der Eberhard Karls Universität. Er hat Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie in Tübingen studiert und zu Fragen der postmodernen Gesellschaft aus einer Foucaultianischen Perspektive promoviert. Aktuell beschäftigt er sich mit Diktaturen und lokaler Politik sowie der Untersuchung politischer Lebenswelten.

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