National Model United Nations

Schon seit 1997 nimmt die Tübinger Delegation an der weltweit größten Simulation der Vereinten Nationen in New York teil. Bei der „National Model United Nations“ stellen an vier aufeinanderfolgenden Tagen mehr als 5000 Studierende aus mehr als 40 Ländern der Welt verschiedene Komitees der Vereinten Nationen in New York nach. Dabei finden Teile der Simulationsveranstaltung auch direkt im Hauptquartier der Vereinten Nationen statt. Jede Delegation einer Universität vertritt dabei einen UN-Mitgliedsstaat. Je nach Staat stellt jede Delegation Repräsentanten in verschiedenen Komitees der VN, wie z.B. dem Entwicklungsprogramm, der Atomenergiebehöre, dem Umweltprogramm, dem UN-Flüchtlingshilfswerk oder dem Sicherheitsrat und diskutiert dabei über aktuelle, globale politische Themen. Ziel der Simulation ist es dabei zu lernen, wie internationale Diplomatie funktioniert. Entsprechend finden das Seminar wie auch die Simulationen auf Englisch statt.

Die intensive Vorbereitung erfolgt zu jedem Wintersemester in einem Seminar am Institut für Politikwissenschaft unter Leitung von Bettina Ahrens. Generell steht die Veranstaltung Studierenden aller Fächer und Fakultäten offen. Im Seminar werden sowohl die grundlegenden Verhaltens- und Verfahrensregeln der Vereinten Nationen erlernt und praktisch erprobt als auch die verschiedenen Komitees ausführlich thematisch vorbereitet. Dazu erstellen die TeilnehmerInnen mehrere Papiere und üben den Auftritt als DiplomatIn bei verschiedenen Probe-Simulationen. Eine davon (Tübingen Model United Nations) wird im Laufe des Semesters von den SeminarteilnehmerInnen selbst organisiert und mit Delegationen anderer Universitäten durchgeführt. Darüber hinaus nehmen Tübinger NMUN Delegierte auch an einem Hauptseminar zum System der Vereinten Nationen teil. Das Seminar wird von Andreas Hasenclever unterrichtet und führt in die Strukturen, Funktionen und Arbeitsweisen dieser internationalen Organisation ein.

Ein weiterer wichtiger Faktor des Projekts ist das Fundraising, mit dem die Exkursion nach New York finanziert wird. In der Vergangenheit wurde das Seminar vom Universitätsbund und vom Deutschen Akademischen Austauschdienst finanziell unterstützt. Generell ist jedoch auch von den TeilnehmerInnen selbst ein finanzieller Beitrag zu leisten.

 

Die Tübinger Delegation ist in der Vergangenheit mehrfach ausgezeichnet worden, zuletzt im Jahr 2015.

 

Ausführlichere Informationen zu den vergangenen Simulationen und zur aktuellen Delegation finden sich auf der Tübinger NMUN-Webseite: www.nmun-tuebingen.de

Peace Boat

Hintergrundinformationen zum "Peace Boat Projekt" an der Universität Tübingen:

Alle zwei Jahre haben Studierende der Universität Tübingen die Möglichkeit, an einer Exkursion auf dem "Peace Boat" teilzunehmen. Die Studienfahrt beruht auf einer Einladung der japanischen NGO Peace Boat (http://www.peaceboat.org), die ein gleichnamiges Schiff als "schwimmende Friedensuniversität" unterhält. Dieses Schiff steuert vorwiegend Häfen an, die in ehemaligen und aktuellen Konfliktregionen liegen. Den japanischen Passagieren und internationalen Gästen an Bord wird ein umfassendes und friedenspädagogisch wertvolles Dialog- und Bildungsprogramm in Form von Workshops und Präsentationen angeboten, das die Tübinger Studierenden mit entwickeln und gestalten. Seit dem Pilotprojekt im Jahr 2005 ist es dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübingen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. gelungen, dieses Vorhaben als regelmäßigen und festen Bestandteil in das Lehrprogramm des M.A. Studiengangs "Friedensforschung und Internationale Politik" am Institut für Politikwissenschaft zu integrieren. Die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung der Exkursion erfolgt in einem begleitenden Blockseminar und im Rahmen des Hauptseminars „Analyse von Bürgerkriegen“. Dieses deutschlandweit einzigartige Projekt zeichnet das Lehrangebot am Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübinger und den M.A. Studiengang in besonderem Maße aus.
 

Ziel der Peace Boat Exkursionen:

Das hier skizzierte Projekt dient der Förderung einer kritischen und ergebnisoffenen Dialogkultur. Die spezielle Arbeits- und Herangehensweise zivilgesellschaftlicher Akteure an (gewaltsame) Konflikte im Herzen und am Rande Europas soll den sonst sehr analytischen und theoretischen Blickwinkel der Studierenden ergänzen. Umgekehrt erhalten zivilgesellschaftliche Akteure die Möglichkeit, den aktuellen Stand der Forschung zu den jeweiligen Programmschwerpunkten zu erfahren und in Interaktion mit jungen NachwuchswissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen zu treten.

Die Peace Boat Exkursion 2013

Informationen zur Peace Boat Exkursion 2013 gibt auf der offiziellen Webseite http://www.peaceboat.uni-tuebingen.de/

Die Peace Boat Exkursion 2011

An der Peace Boat Exkursion 2011 nehmen 20 Studierende der Universität Tübingen sowie die beiden Betreuerinnen, Marina Karbowski vom Institut für Politikwissenschaft und Anne Romund vom Institut für Friedenspädagogik, teil. Die Exkursion beginnt am 11. August in Amman (Jordanien), wo wir das seit 1968 bestehende Flüchtlingslager Baqa'a besuchen und ergänzend dazu die Lage in der Region mit Experten des Center for Strategic Studies diskutieren werden. An Bord des Peace Boat gehen wir am 14. August in Aqaba in Südjordanien, von wo aus unsere Fahrt zunächst nach Port Said in Ägypten führt. Auf dem Landweg geht es weiter nach Kairo, wo wir uns mit den Entwicklungen der letzten Monate in Ägypten auseinandersetzen werden. Weiter führt uns die Fahrt nach Istanbul in der Türkei, wo wir u.a. die europäisch-türkischen Beziehungen diskutieren werden und schließlich nach Piräus (Griechenland), wo wir am 23. August von Bord gehen werden. Die Exkursion verfolgt zwei Leitlinien. Das ist zum einen der „Dialog mit der muslimischen Welt“, der vornehmlich an Land stattfinden wird. Zum anderen widmen wir uns an Bord dem Thema „Vergangenheitsbewältigung“, denn auf dem Peace Boat werden sich viele japanischen Touristen befinden, für die wir Workshops und Präsentation ausarbeiten werden. Die Vorbereitungsphase für die konkrete Ausarbeitung der Workshops und Präsentationen sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Zielen, die wir ansteuern, hat bereits begonnen. Alle Informationen hierzu findet ihr auf unserer Homepage www.peaceboat.uni-tuebingen.de. Wichtig ist auch zu erwähnen, dass wir aktives Fundraising betreiben und uns über Zuwendungen jeglicher Art sehr freuen. So planen wir u.a. am Do, dem 9. Juni eine Peace Boat Party im LADEN am Sternplatz (Eberhardstraße 25) mit guter Musik aus aller Welt, „Kickern for Peace“ und schwäbisch-europäisch-arabischen Snacks. Informationen hierzu findet ihr auch auf unserer Homepage.

Die Peace Boat Exkursion 2009:

An der "Peace Boat Exkursion 2009" nahmen 11 Student/innen der Universität Tübingen teil. Auf ihrer Reise von der Türkei über Griechenland und Kroatien nach Italien haben sie gemeinsam mit japanischen Passagieren, internationalen Wissenschaftler/innen, Vertreter/innen von Nichtregierungsorganisationen und der lokalen Bevölkerung folgende Themen diskutiert und analysiert: Frauenrechte/Menschenrechte in der Türkei, politischer Islam (inkl. Moscheebesuch in Izmir), den Türkisch-Griechischen Konflikt (inkl. Workshop mit Vertretern der Organisation "Greek-Turkish-Friendship" in Athen) und den Bosnien Krieg (inkl. mehrerer Workshops mit einem Mitarbeiter des Jugoslawien Tribunals (ICTY), einem Besuch des Kriegsmuseums in Dubrovnik und einer Diskussion mit einem Kriegsveteranen). Vor ca. 400 japanischen Passagieren hielt die Tübinger Gruppe eine Präsentation an Bord des Schiffes zum Thema "Vergangenheitsbewältigung" in Deutschland und Japan. Außerdem waren Hiroshima- und Nagasaki-überlebende an Bord, die sich zu einem gemeinsamen Workshop und Interviews bereit erklärten. Studentische Erfahrungsberichte und Abschlussberichte früherer Peace Boat Exkursionen: Weitere Informationen zum Programm der Peace Boat Exkursion 2009 sowie Bilder und studentische Berichte findet sich im Blog unter http://peaceboat.sophia-benz.de.
Informationen zur "Peace Boat Exkursion 2007" und zur "Peace Boat Exkursion 2005" finden sich in den jeweiligen Abschlussberichten

 

Abschlussbericht 2009

 

Abschlussbericht 2009 als pdf

Sicherheitsexkursion

Sicherheit in, durch und für Europa - dieses Thema und die diversen damit verbundenen Fragestellungen sind in regelmäßigen Abständen Bestandteil des Seminarangebots am IfP, insbesondere für die MAFIP-Studierenden. Das Tübingen-spezifische an diesem Seminar besteht dabei darin, dass die wissenschaftliche Beschäftigung nicht nur im Seminarraum stattfindet, sondern durch eine an ein vorbereitendes Seminar anschließende Exkursion und damit verbundene direkte Konfrontation der erarbeiteten Erkenntnisse mit der Realität in den verschiedenen Organisationen komplementiert wird.

 

In einer intensiven Vorbereitungsphase erstellen die Studierenden Papiere zu verschiedenen sicherheitspolitischen Herausforderungen. Die bearbeiteten Themen reichen von der Proliferation von Klein- und Leichtwaffen über Cyberwar, Migration, Nationalismus und weiteren Themen bis hin zu sicherheitspolitischen Fragen im Zusammenhang mit dem Klimawandel und Jugendarbeitslosigkeit, werden aber jedes Mal neu durch die Studierenden selber identifiziert. Diese Vorbereitung ermöglicht es den Teilnehmenden, während der Exkursion ertragreiche Diskussionen mit den Vertreter/-innen der verschiedenen Organisationen zu führen. Um gleichzeitig in der Struktur der verschiedenen Organisationen denken zu können, erstellen die Studierenden zusätzlich Dossiers über die verschiedenen Institutionen, die alle Teilnehmer/-innen mit Geschichte, Struktur, Finanzverfassung und weiteren wichtigen Parametern der jeweiligen Organisationen vertraut machten.

 

Mit all diesen Erkenntnissen ausgestattet macht sich die Gruppe der Studierenden unter der Leitung von Dr. Thomas Nielebock auf den Weg durch Europa. Der Weg führt zunächst nach Wien (OSZE, UN und Ludwig-Boltzmann-Institut für Menschenrechte), anschließend weiter nach Straßburg (Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Eurokorps und Europarat), nach Brüssel (NATO-Hauptquartier, Rat der EU, Europäischer Auswärtiger Dienst und Europäische Kommission) um nach einem letzten Zwischenhalt in Mons (SHAPE) schließlich nach Tübingen zurückzukehren. Die Gruppe absolviert dabei in 10 Tagen ein Programm von ca. 25 meist qualitativ sehr hochwertigen Vorträgen von in den jeweiligen Themenbereichen arbeitenden Organisationsvertreter/-innen, in denen sich die zuvor bearbeiteten Themen wiederfinden, so dass es in fast allen Fällen zu einem kritisch-konstruktiven Austausch zwischen der Gruppe und den Referent/-innen kommt. So gelangen die Studierenden zu einigen neuen Erkenntnissen über Sicherheitspolitik in, durch und für Europa und können gleichzeitig ihre eigenen Vorstellungen über die Arbeitsweise verschiedener internationaler Organisationen und NGOs mit der Realität abgleichen.