Transformation des Sekundarschulsystems und akademische Karrieren (TOSCA)

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Ausgangspunkt für das Projekt "Transformation des Sekundarschulsystems und akademische Karrieren" (TOSCA) war die unbefriedigende Datenlage zur Effektivität der gymnasialen Oberstufe in Deutschland sowie zum Übergang vom Gymnasium auf die Hochschule und in die berufliche Ausbildung. TOSCA untersucht daher die Bildungsbiografien von Absolventen des Gymnasiums und der Realschule über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Das Projekt, das mittlerweile fünf Teilkohorten (siehe Beschreibung der Stichprobe und Kohortenplan) umfasst, wurde am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung begonnen und wird inzwischen vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung geleitet.

 

Die Daten der TOSCA-Studie stellten unter anderem die Grundlage für ausführliche Analysen zum Leistungsstand von Abiturienten dar. Sie flossen aber auch in eine große Anzahl von Zeitschriftenartikeln zu unterschiedlichen Themengebieten ein, u.a. im Bereich der Selbstkonzeptentwicklung, der Veränderung von Persönlichkeit, der Vorhersage von Studienzufriedenheit und Abbruchsintentionen sowie zur Frage von Unterschieden zwischen Studierenden an unterschiedlichen Hochschultypen.

TOSCA im Überblick

In Kohorte 1 („TOSCA-2002“) wurden erstmals im Schuljahr 2001/02 bei 4.730 Abiturientinnen und Abiturienten aus 90 allgemeinbildenden und 59 beruflichen Gymnasien die Bildungserträge am Ende der Sekundarstufe II in den Fächern Mathematik und Englisch untersucht. Im Abstand von zwei Jahren erfolgten weitere postalische Nachbefragungen mit jeweils rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Zudem wurde Anfang 2011 ein Subsample zu Aspekten des Berufseinstiegs befragt. Kohorte 2 („TOSCA-2006“) begann im Jahr 2006 mit 5.016 Abiturientinnen und Abiturienten aus mehr als 150 Gymnasien in Baden-Württemberg. Auch hier fanden im Zweijahresabstand postalische Nachbefragungen statt. „TOSCA-10“ besteht aus einer Stichprobe von rund 2.500 Schülerinnen und Schülern der 10. Jahrgangsstufe aus Realschulen und Gymnasien, die erstmalig im Jahr 2007 an der

Untersuchung teilnahmen. Diese Kohorte ermöglicht es, den Übergang in berufliche Ausbildungen sowie in die gymnasiale Oberstufe an beruflichen Gymnasien besonders detailliert zu betrachten. Eine postalische Nacherhebung, finanziert durch die Baden-Württemberg Stiftung, fand 2013 statt.

 

Eine weitere Kohorte von Abiturientinnen und Abiturienten („TOSCA-LAU“) konnte untersucht werden, da der Senat von Hamburg einen Benchmark-Vergleich in Auftrag gab, bei dem TOSCA-Instrumente eingesetzt wurden, um die Qualitätsentwicklung des Schulsystems zu prüfen. In Hamburg wurde seit Mitte der 1990er-Jahre unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Rainer Lehmann die Studie „Aspekte der Lernausgangslage und Lernentwicklung“ (LAU) durchgeführt. Im Jahr 2005 bearbeiteten die Abiturientinnen und Abiturienten im Rahmen dieser Studie die gleichen Leistungstests wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der TOSCAStudie im Jahr 2002.

 

Schließlich wurden 2009 erstmals Abiturientinnen und Abiturienten in Sachsen befragt („TOSCA-Sachsen“); in den Jahren 2010 und 2011 folgten zwei weitere Erhebungen. Ziel dieser Erweiterung ist, die Effekte einer Reform der gymnasialen Oberstufe zu messen, in deren Rahmen unter anderem die Bedeutung der naturwissenschaftlichen Fächer substanziell gesteigert wurde.

Team

  • Benjamin Nagengast
  • Norman Rose
  • Marion Spengler (wissenschaftliche Koordination)
  • Ulrich Trautwein (Leitung)
  • Wolfgang Wagner

Kooperationen

Oliver Lüdtke, Gabriel Nagy (IPN Kiel)

 

Michael Becker, Kai Maaz, Marko Neumann (DIPF Berlin)