Transitions in Different Educational Systems (TIDES)

Die Nutzung von Öffnungsoptionen in Bildungssystemen

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Im Rahmen einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderten Studie wird in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Basel (FHNW), der Universität Fribourg und der Universität Potsdam der Öffnungsgrad der Schulsysteme in Deutschland und der Schweiz und der Einfluss sozialer Disparitäten beim Übergang in die postobligatorische Ausbildung untersucht.

 

Das deutsche wie auch das schweizerische Schulsystem sind durch Übergänge gegliedert, an denen Lernende einen Schultyp verlassen und in anschließende Bildungsangebote übertreten. Der Übergang von der obligatorischen Schule in die postobligatorische Ausbildung ist in besonderer Weise bedeutsam, da hier Aspekte der beruflichen Orientierung hineinspielen und damit individuelle Berufsbiografien vorgespurt werden. Befunde zu diesem Übergang zeigen jedoch, dass dieser sozial selektiv ist. In den vergangenen Jahrzehnten wurden in praktisch allen Schulsystemen Möglichkeiten eingeführt, Bildungsentscheidungen zu "korrigieren". Zudem wurden teilweise attraktive Bildungsoptionen geschaffen (z.B. Berufsmatura in der Schweiz) oder ausgebaut (vgl. die beruflichen Gymnasien in Deutschland). Allerdings fehlt es bisher an empirischer Forschung, die vergleichend untersucht, wie stark diese Öffnungsoptionen genutzt werden oder ob die Öffnung des Sekundarschulbereichs möglicherweise sogar eine Verschärfung sozialer Disparitäten zur Folge hat. Eine weitere, noch nicht hinreichend geklärte Frage gilt dem Zusammenspiel von sozialem Hintergrund und psychologischen Merkmalen bei Übertrittsentscheidungen.

 

In der im September 2012 gestarteten Studie soll erstens geprüft werden, in welchem Ausmaß die Öffnung am Übergang in postobligatorische Ausbildungen in drei verschiedenen Schulsystemen (Baden-Württemberg, Basel-Stadt, Deutschfreiburg) genutzt wird und welche Hauptmuster schulischer Biographien daraus resultieren. Dabei wird zweitens die Rolle des familiären Hintergrunds einbezogen; es wird untersucht, wie sehr die Nutzung vorhandener Öffnungsoptionen im Schulsystem soziale Disparitäten - nach Kontrolle von Leistungsmerkmalen - vermindert oder vergrößert. Drittens wird zwei psychologischen Faktorenbündeln (Profilen beruflicher Interessen sowie Anstrengungsinvestitionen) nachgegangen, die den Zusammenhang zwischen Merkmalen des familiären Hintergrunds und der Bildungsentscheidung erklären könnten. Hierfür wird eine Stichprobe von insgesamt etwa 4.000 Schülerinnen und Schüler aller Schulformen Mitte der neunten Jahrgangsstufe getestet. Etwa 18 Monate später werden in einer schriftlichen Nacherhebung die tatsächlich eingeschlagenen beruflichen und schulischen Wege erfragt.

 

 

Förderung:

 

 

Team

  • Katharina Lambert (wissenschaftliche Koordination)
  • Ulrich Trautwein (Teilprojektleitung)

Kooperationen

Franz Baeriswyl (Universität Fribourg)

Albert Düggeli (Gesamtleitung, PH Basel)

Kai Maaz (Universität Potsdam)