Jüdische Studien

Jüdische Studien sind am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft ein bedeutender und originärer cross-over-Schwerpunkt. Denn Jüdische Studien werden in Forschung und Lehre als fundamentaler Bestandteil der europäischen Kulturbeziehungen (Europäische Ethnologie), der Regionalkultur (regionale Ethnographie Baden-Württembergs) und der Museologie (jüdische Museen) thematisiert.

 

Dabei sind die Jüdischen Studien am Ludwig-Uhland-Institut eng mit zwei Namen verbunden - mit Utz Jeggle zum einen und dem Landesrabbiner Joel Berger zum anderen: Utz Jeggle hat wissenschaftlich innovativ und international anerkannt mit seiner 1969 veröffentlichten Dissertation "Judendörfer in Württemberg" die Perspektive auf das regionale Landjudentum gerichtet. In der Folge hat Jeggle besonders die deutsch-jüdischen Beziehungen in einer eigenen "Heimatkunde" als Geschichte des kollektiven Erinnerns, Vergessens und Zerstörens behandelt. Seit 1986 lehrt der Landesrabbiner Joel Berger regelmäßig am Ludwig-Uhland-Institut (und wurde dafür von der Universität Tübingen mit dem Dr. h.c. geehrt). Bergers Lehrveranstaltungen - noch mehr aber seine Exkursionen - weisen oft den Blick nach Mittel- und Osteuropa.

 

Diese (europäisch wie auch regional) integrative Schwerpunktsetzung verleiht den Jüdischen Studien am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft ein besonderes Gewicht. Dieses zeigt sich besonders in den regelmäßig angebotenen Lehrveranstaltungen (Erinnerungskultur, jüdische Volkskunde, jüdische Regionalkultur, jüdische Museen), aber auch in den zahlreichen Publikationen, Abschlussarbeiten und Drittmittelprojekten.

 

Das Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft wird seine Jüdischen Studien auch in Zukunft als cross-over-Schwerpunkt betreiben: Sie werden in der Lehre als eigenes Studienmodul angeboten; und erwähnenswert ist auch, dass das Institut seit 1997 der Sitz einer eigenen AG "Jüdische Studien" ist.

 

2002 hat das Ludwig-Uhland-Institut mit einer eigenen Broschüre nicht nur Bilanz über seine "Jüdischen Studien" gezogen, sondern auch Zukunftsperspektiven dargelegt. Diese Publikation kann bei der Tübinger Vereinigung für Volkskunde bestellt werden.

 

Bestellformular

 

Titelblatt © LUI
Tübinger Korrespondenzblatt Nr. 54 "Jüdische Studien"

Reinhard Johler: Jüdische Studien am Ludwig-Uhland-Institut. Bilanz und Zukunft

Joel Berger: Meine ver"süß"ten Jahre in Tübingen
Utz Jeggle: Jüdische regionalgeschichtliche Studien am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft
Monika Richarz: Die Nachtseite der Heimat
Joachim Schlör: Nachdenkliche Volkskunde
Karlheinz Geppert: Quellen zur jüdischen Lokalgeschichte
Andrea Hoffmann und Martin Ulmer: Arbeits- und Forschungsfelder am Ludwig-Uhland-Institut
Holger Starzmann und Renate Föll: Jüdische Studien am Ludwig-Uhland-Institut aus studentischer Sicht
Lehrveranstaltungen
Publikationen
Abschlussarbeiten
Exkursionen

 

Im Rahmen dieser Jüdischen Studien wurde am 10.-11. Oktober 2004 die von der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung und dem Tübinger Universitätsbund unterstützte internationale Tagung "Die kulturelle Seite des Antisemitismus zwischen Aufklärung und Shoah" durchgeführt. Diese Konferenz war das erste Ergebnis einer Zusammenarbeit des LUI mit dem Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism an der Hebrew University of Jerusalem (SICSA). In Tübingen bestand das Vorbereitungsteam aus Utz Jeggle, Andrea Hoffmann und Martin Ulmer. Die Ergebnisse dieser internationalen Konferenz sind im Tagungsbericht aufgeführt.