Laufende Drittmittelprojekte

Religion and Public Memory in Multicultural Societies

Forschungsprojekt in Verbindung mit der Verleihung des Anneliese-Maier-Forschungspreises der Alexander-von-Humboldt-Stiftung

 

Preisträgerin:Prof. Dr. Pamela Klassen, Department for the Study of Religion/Department of Anthropology, University of Toronto, Distinguished Visiting Professor for the Anthropology of Modern Religion am LUI
Kooperationspartnerin:Prof. Dr. Monique Scheer
Laufzeit:2015-2020
Volumen:250.000 Euro

 

 

Projektbeschreibung

In den derzeitigen Debatten über Transformationen europäischer und nordamerikanischer Gesellschaften, die unter dem Schlagwort ‚Multikulturalismus‘ verhandelt werden, sind die miteinander eng verbundenen Kategorien ‚Religion‘ und ‚Kultur‘ so umstritten wie zentral. Dieses Forschungsprojekt fragt danach, wie diese Konzepte Erinnerungspraktiken im öffentlichen Raum strukturieren, aber auch infrage stellen und verkomplizieren. Von der alltäglichen öffentlichen Inszenierung religiöser Feiertage bis hin zu offiziellen nationalen und regionalen Projekten, die der Pflege eines gemeinsamen historischen Gedächtnisses dienen – z. B. Museen, Denkmäler, digitale Plattformen und Wahrheitskommissionen – sind Religion und Kultur Teil der darin enthaltenen Narrative, die aus verschiedenen Gründen entwickelt werden: um zu reflektieren, zu zelebrieren, zu informieren und zu versöhnen. Welches Publikum dabei angesprochen werden soll, ist in Ländern mit stetiger Einwanderung nicht mehr ganz klar.

Das Projekt sucht das interdisziplinäre und vergleichende Gespräch zu diesem Thema und bringt deshalb eine internationale Gruppe von WissenschaftlerInnen und NachwuchswissenschaftlerInnen in den Kultur- und Sozialwissenschaften zusammen, aus Kulturanthropologie, Religionswissenschaft, Geschichte, Museumswissenschaft und Aboriginal Studies, die in nordamerikanischen und europäischen Kontexten vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart forschen.

Eine Reihe von Workshops und Konferenzen werden Themen bearbeiten wie:

  • Museen und andere Orte öffentlichen Erinnerns als primäre Orte, an denen religiöse Vielfalt und Multikulturalismus als normative Ideale vermittelt werden
  • Die historische und gegenwärtige Bedeutung der Religion für die säkularen Narrative, Rhetoriken und Materialisierungen der nationalen Vergangenheit
  • Vergleichende Studien über die Art und Weise, wie Intersektionen zwischen Kolonialismus und christlicher Mission in öffentlichen Erinnerungspraktiken dargestellt und erzählt werden
  • Der Aufstieg und die Bedeutung von partizipatorischen Projekten, die versuchen, ein kollektives Gedächtnis ‚von unten‘ zu schaffen, indem sie Laien auffordern, an Sammlungen und Ausstellungen mitzuwirken
  • Vergleichende Studien über die Art und Weise, wie staatlich sanktionierte Gewalt, besonders gegen Gruppen, die als religiöse/ethnische Minderheiten markiert werden, öffentlich erinnert (oder vergessen) wird

 

Workshops


Christmas in the Multicultural City: Public and Private Rituals between Culture, Religion and Consumption

10. - 11.12.2015, Universität Tübingen

Infos und Programm


Sites of Memory: Religion, Multiculturalism and the Demands of the Past
15. - 17.10. 2016, University of Toronto

Infos und Programm