Abgeschlossene Drittmittelprojekte

Geographische Indikationen. Kulinarisches Erbe als Cultural Property

Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft

 

Laufzeit2011 - 2014
ProjektleitungProf. Dr. Bernhard Tschofen
Wiss. MitarbeiterinSarah May, M.A.
Projekthomepagehttp://cultural-property.uni-goettingen.de/de/geographic-indications-culinary-heritage-as-cp/

 

Benennen Lebensmittel ihre geographische Herkunft in Name oder Etikett, so verweisen sie damit auf besondere Eigenschaften, die ihnen durch Klima, Bodenbeschaffenheit oder Herstellungsweise gegeben sind. Sie kommunizieren dadurch Qualität und Exklusivität. Im Rahmen der EU-Zertifizierungsprozesse werden Dinge und Wissen als traditionell und regional spezifisch deklariert, um als „Erbe“ präsentiert und als Eigentum geschützt zu werden.

In einer integrierten kulturwissenschaftlich-ökonomischen Analyse werden, vergleichend für Deutschland und Italien, die Begründungs- und Legitimierungsprozesse im Rahmen des EU-Herkunftsschutzsystems rekonstruiert. Ausgehend von einem dynamischen Verständnis geographischer Indikationen werden Handlungsspielräume und symbolische Begrenzungen der Antragsteller im Bereich der Käsespezialitäten untersucht. Der Fokus liegt dabei auf den tradierten – oder neu geschaffenen – sprachlichen und visuellen Legitimationssystemen und deren ökonomischer sowie kultureller Bedeutung.

Das Forschungsprojekt ist eingegliedert in die interdisziplinäre DFG-Forschergruppe „Die Konstituierung von Cultural Property | Akteure, Diskurse, Kontexte, Regeln“. Unter der Leitung von Professor Dr. Bernhard Tschofen und Professor Dr. Achim Spiller (Universität Göttingen) untersuchen Sarah May M.A. und Dr. Katia L. Sidali bis 2014 Akteure und Repräsentationssysteme im Umfeld vierer Käsespezialitäten in Italien und Deutschland (Odenwälder Frühstückskäse und Allgäuer Emmentaler, Asiago und Parmigiano Reggiano), die durch die EU-Herkunftsangaben geschützt sind.

 

Tagung "Taste – Power – Tradition: Geographical Indications as Cultural Property"
16.05.2013 - 17.05.2013

Im Rahmen der gemeinsamen Forschung zu „Geographische Indikationen: Kulinarisches Erbe als Cultural Property“ in der interdisziplinären DFG-Forschungsgruppe 772 zu Cultural Property veranstaltet das LUI zusammen mit dem Department für Agrarökonomie der Universität Göttingen einen Workshop, der sich den Verbindungen von regionalen Spezialitäten, lokalen Traditionen und dem Europäischen Herkunftsschutz widmet. Aus (agrar-)ökonomischer, kultur- und rechtswissenschaftlicher Perspektive sollen Governance-Strukturen internationaler Schutzsysteme und Effekte des EU-Schutzes diskutiert werden. Anhand vornehmlich empirischer Untersuchungen werden die Realisierung transnationaler Regime sowie die Umsetzungsmodi und Handlungsspielräume der lokalen Akteure beschrieben und theoretisiert.